Sonntag, 17. September 2017

Festival der Holzpiraten

Holzpiraten sind keine männliche Verrückte mit Holzfüßen, die sich als Käpt'n Jack Sparrow verkleiden und Party machen. Wie im Verlauf dieses Blogs hoffentlich schon klargeworden sein dürfte, sind Holzpiraten Segeljollen vom Typ "Pirat" ... der MG B Roadster unter den Segeljollen sozusagen ... und dies in klassischer Holzbauweise, nicht wie später dann aus Kunststoff. Ein mehr oder weniger eingeschworener Kreis von Besitzern dieses Segelboot - Typs trifft sich seit 2004 alljährlich zu einem Wochenende gemeinsames segelns, tratschens, fachsimpelns, grillens, Spaß habens. Der Kreis wächst stetig, hauptsächlich dank der Hartnäckigkeit der Organisatoren und Gründer dieses Treffens Malte und Mike.

Am Freitag war es dann soweit ... viele alte und einige neue Freunde haben den Weg nach Mardorf gefunden.



Die Jugendherberge stellt uns wie immer ein leckeres Grillpaket zusammen mit allem was man dazu braucht.



Dieses Jahr ist Karl unser Meister der Glut und des Grillrostes (großes Dankeschön! seeehr lecker!).


Natürlich stehen die Piraten im Mittelpunkt, zu Lande
 

und im Wasser.


Samstag gibt's eine Regatta mit vier Wettfahrten bei nahezu idealen Segelbedingungen. Die Fotos dazu wird es sicher bald auf der HPF Website geben.

Sonntag war bei recht wenig Wind für die, die nicht gleich in der Früh nach Hause fahren mussten, entspanntes slow sailing angesagt. Karl und ich besuchten noch die Insel Wilhelmstein und schauten uns das Schloß (eigentlich: die Festung) von innen an ... auch recht nett.

Nun ist das Boot geslipt und reisefertig ... morgen (Montag) geht's ab nach Hause ... Karl nimmt den schnellen Weg durch die Luft, Flame und ich den Landweg mit Zwischenstop bei lieben Freunden in Aalen.

Freitag, 15. September 2017

Steinhuder Meer von allen Seiten

Die nächsten Freunde treffen ein ... Carsten, Matthias, es gibt große Wiedersehensfreude, und auch das Wetter zeigt sich heute (fast) von seiner Schokoladenseite, also nichts wie 'raus auf's Wasser.

Zuerst fahren wir uns mit einigen Wenden warm, dann umrunden wir die Insel Wilhelmstein und nehmen Kurs auf das untere Ende des Meeres. Dort gibt es einen Briefkasten mitten auf dem Wasser, der von einem der örtlichen Segelclubs während der Saison zwei Mal wöchentlich geleert wird.


Nach unserer Reverenz vor der Postboje kreuzen wir uns zurück nach Steinhude, wo wir uns gestern schon den Liegeplatz



und die Fischbrötchenbude für heute ausgesucht haben.


Der Klassiker: ja die Steine vor der Einfahrt in das kleine Hafenbecken sind immer noch da ... ja es kracht noch immer wenn das Schwert darüber rattelt ... ja man kann sie auch beim Auslaufen treffen 😥!

Wir staunen über den "Tanz der Winde", eine Skulptur aus verschiedenen sichelförmigen Metallelementen, die sich alle gegeneinander drehen - ein beeindruckendes Schauspiel, das zu immer neuen Formen führt, die einander nie ganz gleichen.


Ein kurzer, gerader Schlag bringt uns zurück an den Steg der DJH, wo die Anzahl der Holzpiraten stetig zunimmt.


Das iHPF 2017 öffnet seine Pforten!

Festival - Vorprogramm

Donnerstag ... die Motivation, etwas am Wasser zu machen ist nicht viel größer geworden, daran kann auch das exzellente Frühstück nichts ändern. Wir treffen Karl Heinz, der schon seit Dienstag hier seine Schwimmhäute wachsen lässt und wassern unser Boot.

Nachdem wir ja zum Segeln hier sind, machen wir einen Schlag hinaus auf's (Steinhuder) Meer, aber ca. 4 Liter Wasser von vorne nach zwei Wenden sind ein Befund den man nicht ignorieren kann. Also ab an den Steg, das Boot gut zugedeckt ... und bei Fischbrötchen, Bier und Apfelschorle reift der Entschluß: wenn das gute Wetter nicht zu uns will, dann fahren wir zu ihm - wir denken da wieder mal an mindestens 65 Grad bei 40% Luftfeuchte ... Internet sagt "Königliche Kristall - Therme Seelzen", der Herbergsvater sagt "Da fahren wir auch immer hin", wir sagen "Auf geht's!"


Dort gibt's eine phantastische Saunalandschaft, Solepools zum darin schweben (weil 12% Salzgehalt - fast wie im Toten Meer), und einen Wolkenbruch, der uns nur ein müdes Lächeln abringen kann.

Wir krönen den Abend in Steinhude mit Scholle und Nordseekraben, einer unendlich leckeren Kombination.

Mittwoch, 13. September 2017

Bodden ade - Mardorf here we come!

Der letzte Tag am Bodden ... das Boot ist auf dem Trailer und das Auto vom Ausflug in den Sand komplett eingeranzt. Ich suche eine Waschstraße, und auf 1-2-3 glänzt der Mitsu wieder. Dann fahre ich nach Prerow und besuche - wie versprochen - Monikas Teestube. Die ist wirklich sehr beliebt, 10 Minuten nach dem Aufsperren gibt's keinen Platz mehr für mich ... so schau ich durch ihren Shop. Dann beschließe ich, mir für den Rest des Tages mein Wetter selber zu machen und fahre in die Boddentherme ... mit Sauna und alles. Wie als Entschuldigung schickt mir das Wetter dort einen wunderschönen Regenbogen.



Der Morgen des Abreisetages kommt so daher wie der Abend des Anreisetages ... düster ... bedeckt ... kalt ... aber wenigstens trocken. Ein letztes Frühstück, dann Abbau des Zeltlagers.


"All my bags are packed, I'm ready to go ..." ... ich trage Küche, Schlafzimmer und Garderobe zum Auto, da bekomme ich auf einmal einen Vorgeschmack auf die 10 Bft - Böen, die für heute hier noch angesagt sind, und ein Platzregen geht nieder. Wäre ja auch zu schön gewesen, das Zelt als trockenes einzupacken ... Schuhe und Hose wieder naß ... was soll's ... ab in den Süden!


Die Fahrt ist wie ein Schwimmen in der Milch ... alles ist weiß vom Nebel, "wie ein Schleier staubt der Regen" ... das Radio warnt die Nord- und Ostseeküste bereits vor Sturm und Sturmfluten ... die Hamburger werden aufgefordert, ihre Autos von diversen niedrig gelegenen Parkplätzen in St. Pauli und Övelgoenne weg zu fahren ... und nach Hamburg reißt's endlich ein bisserl auf ... stürmisch bleibt es trotzdem.

Nach ca. 400km steht Flame in vertrauter Umgebung am Steinhuder Meer, allerdings sind wir diesmal nicht die ersten ... BINGO ist schon da.


Ich fahre weiter zum Flughafen, treffe Karl, und bald beziehen wir unsere Zimmer in der "Alten Schule" in Mardorf.


Dienstag, 12. September 2017

liebe Menschen

Diese Wanderung lebt nicht nur vom "geschafft haben", der gesegelten Strecke, den abgehakten Häfen, sondern auch - und vor allem - von den vielen Begegnungen mit lieben Menschen ... sie haben diesen Törn zu dem gemacht, was er bleiben wird ... was bleiben wird ...

Klaus vom Segelclub Ribnitz mit der Gastfreundschaft seines Vereins

die HafenmeisterInnen von Wustrow, Neuendorf, Born und Wieck mit ihrem Verständnis und ihrer Hilfsbereitschaft ... "... ja klar, mach nur, nimm Dir 'ne Box ..."

die Wirtin der Hafenkantine zu Neuendorf: "... da sagte ich zu Xxx: kuck mal da kommt einer mit 'ner Jolle, der kreuzt bis in den Hafen ... dat is janz alte Schule - dat kann ja heute keena mehr!" Danke für das Kompliment, das reiche ich gerne an meine Segellehrer weiter :-)

Franz aus Leipzig, der Piraten, 470er und FD's gesegelt ist, alle mit seeehr niedrigen GO Nummern ... danke für die geschichten und den Quittenschnaps

Monika und Henrik ... danke für den spontanen shuttle nach Ribnitz. Für alle, die mal in die Gegend kommen: besucht Monika in ihrer Teestube und lasst euch von Henrik mit Kayaks durch den Naturpark führen!

Danke Euch allen!


Bilanz

Das Log zeigt 48km und sechs angelaufene Häfen bei drei effektiven Segeltagen mit zum Teil nicht recht urlaubsfreundlichen Bedingungen.


Lager auf- und abbauen dauerte zwischen 30 und 45 Minuten, Wasser zum Kochen bringen (--> Kaffee !!!) ohne Windeinwirkung 5 Minuten - mit Windeinwirkung ab 5 Bft unmöglich - also nix Terasse.

Zeltorganisation: Vorzelt = dirty, Innenzelt = clean ... innen links = wet side, innen rechts = dry side. Diese Einteilung hat recht gut funktioniert, nur gegen Ende sind die Bereichsgrenzen etwas "fließend" geworden. In Wieck kam zur Feuchte auch der Sand als ungebetener Eindringling dazu ... aber ist ja nun bald Schluß ... jetzt freu ich mich dann schon wieder mal auf ein weiches Bett.

Und ich freue mich auch darauf, wieder in eine Gegend zu kommen, wo Internet nicht nur mit den Modemgeschwindigkeiten der frühen 90er funktioniert. << Breitbandausbau >> Frau Merkel (oder wer auch immer in ein paar Wochen hier das Sagen hat) - diese Region hat besseres verdient!!!

Wieck

Sonntag Nacht werde ich von altbekannten Geräuschen geweckt ... Regen und Wind ... der Sonn-Tag scheint vorbei. Die Vorhersage lautet 5 - 6Bft, also lasse ich es gut sein mit Segeln. Monika und Henrik, die ich gestern abend mit ihrem Strandboot auslaufen sehen habe, kommen aus Fuhlendorf zurück.


Wir kommen ins Gespräch und sie bieten mir an, mich nach Ribnitz mitzunehmen. So komme ich zu Auto und Trailer, und wir alle zu einem Frühstück.

Ich führe den Trailer nach Wieck, lade dabei mein digitales Spielzeug und bereue keine Minute, heute nicht ausgelaufen zu sein. Ich besuche Prerow, mache einen Strandspaziergang an der Ostsee (unsere erste Begegnung in diesem Urlaub) und studiere die Wirkung verschiedener Fischbrötchen auf meinen Gaumen.
 



Da es nach den Brötchenstudien heute kein Abendessen braucht, der Trailer ja auch schon da ist, beschließe ich, das Boot schon heute aus dem Wasser zu nehmen. Der Slip ist flach, sandig, weich, und das ganze Unterfangen eine rechte Plackerei. Zu guter letzt bleibe ich mit dem Auto auch noch im Sand stecken, kann mich aber mit viel vor-zurück freifahren ... es ist wie bei uns daheim im Winter.

A propos Winter ... in der Nacht auf Dienstag kühlt es empfindlich ab ... es hat nur mehr 12 Grad.